Da platzt mir doch die Hutschnur. Lese ich doch dieser Tage immer wieder von den unsäglichen Äußerungen des Augsburger Bischofs.
Der besitzt doch tatsächlich die Stirn die Schuld an den allenthalben gerade im großen Stil aufgedeckten Missbräuchen in der Katholischen Kirche, den 68ern und der Sexuellen Revolution in die Schuhe zu schieben. Geht’s noch? Mal auf den Kalender geschaut? Was ist mit den Kindern aus den 50ern und 60ern?
Ich finde es unerträglich, dass eine Kirche die für sich selbst in Anspruch nimmt, die höchste moralische Instanz zu sein, es nicht fertig bringt gravierende Missstände in den eigenen Reihen unumwunden zuzugeben, dafür einzustehen und alle Verantwortlichen ohne Ansehen von Amt und Würde nach allen legalen Regeln zur Rechenschaft zu ziehen.
Nein … die Moralische Oberhoheit muss statt dessen mit Lug und Trug und Verschleierung und der Berufung auf interne Regularien aufrecht erhalten werden. In fast allen Fällen zu Lasten der Opfer. Scheinheiliger geht es kaum. Als würde die Kirche und insbesondere ihr Personal außerhalb unserer Rechtsordnung stehen. Um es klar beim Namen zu nennen, das tut sie nicht.
Allerdings lastet gerade im besonderen Vertrauensverhältnis zu den Seelsorgern ein besonderer Druck auf den Opfern, der es ihnen ungleich erschwert sich anderen anzuvertrauen.
Der Gipfel meiner Meinung nach ist, dass nachdem die Kirche dann eine eigen Jurisdiktion für sich in Anspruch genommen hat, erwiesene Täter einfach so hin und her verschoben werden, dass sie Anderenorts gerade Weiterhin ihrem Hobby frönen können. Und hier meine Herrn Bischöfe kommt ihr ins Spiel, denn hier klebt auch die Schuld an euren Händen denn die weiteren Opfer hättet ihr unterbinden können.
Kinderschänder in dieser Ausprägung brauchen für das Ausleben ihrer Neigung Schutzräume in welchen sie sich sicher und geborgen fühlen und in welchen sie eine Anbahnungs- Atmosphäre für die Kinder und Jugendlichen schaffen können. Genau diese wurde durch die Katholische Kirche wieder und wieder aufgebaut, gleich wer sich was zu schulden hat kommen lassen.
Wäre ich nicht schon ausgetreten, wäre dies endgültig der Tropfen der das Fass für mich zum Überlaufen gebracht hätte.
Da kann man noch so sehr auf eine gesellschaftliche Sexualmoral schimpfen und ablenken … diese spielt doch in der näheren Betrachtung überhaupt keine Rolle und diese Äusserungen sind reine Schutzbehauptungen um weiterhin persönliche Konsequenzen aussitzen zu können.
Ganz und gar nicht mehr Hochachtungsvoll, F.

Nunja, wenn nur die Hälfte des Spiegel Online Artikels (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,686595,00.html) wahr ist, erklärt das natürlich so eine gewisse Beratungsresistenz und Ergebnis- geschlossene Diskussion aus Richtung Augsburg.
Überhaupt könnte natürlich das eigene Fehlverhalten vieler heute in der Hierarchie maßgeblichen Würdenträger das Einbremsen sämtlicher Aufarbeitungs- und Transparenz- Bemühungen erklären.
Spiegel online am 16.4.2010:
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Nun also doch, Herr Bischof Mixa, setzt bei Ihnen die Erinnerung ein: Sie seien kein Schläger gewesen, sagen Sie, sondern hätten nur ein bisschen geohrfeigt.
In einem SPIEGEL-Gespräch haben Sie mir vor kurzem noch erzählt: "Ich gehöre nicht zu denen, die gern von 'einerseits und andererseits' reden, wenn man lieber klar sein sollte."
Was also werden Sie in zwei Wochen zugeben, pardon, woran werden Sie sich klar erinnern?
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Der werte Herr Bischof hat also gelogen um seinen eigenen “Arsch an die Wand” zu kriegen und erst nachdem das unabhängige Gutachten eines Rechtsanwalts vorliegt, in dem das Gegenteil des zunächst Kolportierten, nachgewiesen wird, setzt ein stufenweises relativieren ein. Wer soll denn ihnen Herr Mixa bitteschön noch irgendetwas glauben. Und vielleicht stellen sie sich die Frage wie sich dies mit ihrem Amt vereinbaren lässt.
“Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung”
Soso, das soll ihm einer glauben. Erstens kriegt er das Statement erst nach wochenlangem Dauerfeuer raus und dann noch in einer internen Veranstaltung. Wen meint er denn ueberheupt? Seine Mitpriester und dass er nicht besser im Vertuschen war?
Naechstes Scheibchen in der der Salamitaktik. Das widert mich an. Hier werden die Normalbuerger doch schon wieder von einem Wuerdentraeger nicht fuer voll genommen.